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Tagebuch
Tag 1, Etappe 1
Freitag, 9. November 2012
Hamburg/Deutschland – Karlsruhe/Deutschland
KM Etappe: 669,5 km
KM Gesamt: 669,5 km
 
Am Freitag, den 9. November sind wir aufgebrochen und mussten schon bald wieder zurück, weil Steffen doch tatsächlich etwas vergessen hat. Unseren ersten Zwischenstopp haben wir am Volkswagen Werk in Hannover eingelegt, wo unser Bulli 1989 vom Band lief. Anschließend sind wir zur wissenswerft gefahren, wo wir mit der VW Service App ausgestattet wurden. Damit können wir nun unsere gesamte Route tracken und veröffentlichen. Außerdem haben wir Andre' von gaxsys getroffen, der uns ebenfalls tatkräftig unterstützt.
 
Danach ging es weiter nach Karlsruhe. Nach einem langen Tag und einem wundervollen Abend mit Sabine und Burkhard sind wir erledigt ins Bett geplumpst. Unser Bulli surrte den ganzen Tag wie ein Kätzchen und hat auch ganz souverän (bei 60km/h im 3. Gang) die Kassler Berge bewältigt.


 


Tag 2, Etappe 2
Samstag, 10. November 2012
Karlsruhe/Deutschland – Montpellier/Frankreich
KM Etappe: 889,0 km
KM Gesamt: 1.558,5 km
 
Sabine und ihre Firma res-ebert GmbH & Co. KG hat für uns die ganzen Sponsoring Aufkleber produziert. Weil es schon den ganzen Morgen regnete, konnten wir die Aufkleber noch nicht am Auto anbringen.
 
Gegen 23:30 Uhr und nach 860 km sind endlich in Montpellier angekommen! Reisen bildet ja bekanntlich. Seit gestern wissen wir auch, warum die Franzosen ihr Wasser in Flaschen füllen und erfolgreich in die ganze Welt verkaufen: die haben einfach viel davon. Es fällt sogar die ganze Zeit vom Himmel, ein wahres Schlaraffenland! Abgesehen vom Regen war wenig los. Die landschaftlich attraktiven Abschnitte haben wir leider im Dunklen durchfahren. Am Morgen wollen wir aber wirklich pünktlich los. Gleich zu Beginn steht die Überquerung der Pyrenäen an, gefolgt von Barcelona. Mal sehen wie weit wir kommen. Minimalziel ist Valencia, vielleicht kommen wir aber noch 100km weiter, was auch immer da liegt...

 



Tag 3, Etappe 3

Sonntag, 11. November 2012
Montpellier/Frankreich – Valencia/Spanien
KM Etappe: 733,8 km
KM Gesamt: 2.292.3 km
 
Nachdem wir am Sonntagmorgen die Aufkleber am Buss angebracht hatten, gings durch die Stadt auf der Suche nach Kaffee und Croissant. Tatsächlich sind wir auch recht schnell fündig geworden - direkt an der innerstädtischen Wakeboardanlage hatte ein kleiner Bäcker seine Pforten für hungrige Städter geöffnet. So genossen wir bei strahlendem Sonnenschein und unter Palmen unser Frühstück. Nachdem die Tagesetappe im Navi eingerichtet war, gings ab in Richtung Valencia. Doch zunächst mussten noch die Pyrenäen überwunden werden. Nichts leichter als das. Steffens Kommentar dazu: "Das ging ja leichter als die Kassler Berge!" Die Aufregung stieg als Barcelona nur noch wenige Kilometer entfernt war. Steffen zückte Kamera und Fotoapperat und wartete auf die Stadtansicht... unsere Strecke führte uns jedoch an Barcelona vorbei, so dass wir nicht den klitzekleinsten Anblick der Stadt genießen konnten. Nächstes Ziel hieß València. Leider näherten wir uns der Stadt bereits im Dunkeln, so dass wir nur die weißern Wellenkämme des Meeres erahen konnten. Zudem goss es in Strömen, es schien als sollte die ganze Stadt hinweggeschwämmt werden.  Unsere Idee mitten in València ein kleines schnuckeliges Hostel zu finden, zerschlug sich leider. Mit unserem hohen Dachgepäckträger passten wir nicht in die Parkhäuser und die Straßen waren hoffnungslos zugeparkt. Nach einer Stunde Herumirrens durch riesige Kreisverkehre, deren Regeln sich uns nicht erschlossen haben, Ampeln, die für die hiesigen Bewohner wohl eher Handlungsempfehlungen als verpflichtende Verkehrssignale sind, Gassen in der Altstadt, die gerade noch breit genug waren, um nicht die Spiegel anklappen zu müssen, haben wir uns gegen 21.15 Uhr entschieden, aus der Stadt heraus, in Richtung Sevilla zu fahren. Schon nach wenigen Kilometern fanden wir ein Motel am Straßenrand, wo wir gemütlich Tapas essen und Bier und Wein genießen konnten, bevorn es um Mitternacht ins Bett ging.


 


Tag 4, Etappe 4
Montag, 12. November 2012
Valencia/ Spanien – Sevilla/Spanien
KM Etappe: 651,0 km
KM Gesamt: 2.943,3 km
 
Am Morgen fuhren wir von Valencia knapp 650 km bis nach Sevilla, um unseren 4. Mann (Daniel) aufzunehmen. Zwischendurch war uns ziemlich langweilig, die Straßen schnurgerade und topfeben. Sobald Anett das Steuer übernommen hatte, gab es plötzlich Berge, Kurven und damit verbunden auch Fahrspaß. Zwischendurch sind wir durch eine Region gefahren, die auf min. 100km Olivenplantagen bis zum Horizont zu bieten hat.
 
In Sevilla angekommen haben wir frohen Mutes schon einmal die Stadt erkundet und nutzen den zeitlichen Vorsprung, um eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. Nix da - die schöne Altstadt mit ihren vielen kleinen verwinkelten Straßenzügen bietet zwar viel fürs Auge, aber keine Parkplätze. Also schwupps das Auto am Platz Santa Justa (= Hauptbahnhof) abgestellt und einen Spaziergang gemacht. Daniel hatte das Glück, während seines Fluges von Marrakesch bis Sevilla neben einer ortskundigen Sevillanerin zu sitzen, mit deren Hilfe wir doch noch einen Parkplatz und ein nettes Hostel "The Living Roof" fanden.


 


Tag 5, Etappe 5
Dienstag, 13. November 2012
Sevilla/Spanien – Casablanca/Marokko
KM Etappe: 594,6 km
KM Gesamt: 3.537,9 km
 
Wow!! Wir sind in Afrika!! Aber eins nach dem anderen.
 
Bevor es aber auf in Richtung spanischer Küste ging, stoppten wir noch kurz bei Ikea, um für Daniel einen Schrank zu kaufen und uns mit ein paar Vorräten zu versorgen - Schwedenshop sei Dank :-) Nach 2,5 Stunden kurzer Fahrt bis nach Algeciras gings erst einmal in den Supermarkt: letzte Möglichkeit um gute deutsche Schoki zu kaufen. Und dann reihten wir uns auch schon in die Schlange zur Fährüberfahrt ein. Aber so schnell gings dann doch nicht-die im Internet angegebene Abfahrtszeit verzögerte sich um eine Stunde.
 
Um 16 Uhr öffneten sich dann die Schranken zur Ticketkontrolle, aber leider nicht für uns. Das von Daniel in Marokko gekaufte Fährticket war fälschlicherweise nur auf eine Person ausgestellt, obwohl für drei gekauft. Alles diskutieren half nix, weshalb noch zwei zusätzliche Tickets besorgt werden mussten. Aber dann durften wir noch mit auf die Fähre und genossen den Anblick des Meeres, Gibraltars, der afrikanischen Küste und einem herrlichen Sonnenuntergang. Die Sonne fiel genau zwischen Europa und Afrika ins Wasser.
 
In Marokko angekommen, mussten wir zunächst noch durch den Zoll. Daniel bereiteten die 8 Flaschen Wein ein mulmiges Gefühl, aber zum Glück konnten wir ohne Autodurchsicht weiterfahren. Unser Tagesziel war Casablanca. Da es schon dunkel war, konnten wir leider nichts von der Landschaft sehen, außer einem Himmel voller Sterne.
 
Wir sind sehr froh, dass wir Daniel dabei haben, der sich hier ganz zwanglos und souverän bewegt, d.h. die Verkehrsregeln ignoriert, Französisch spricht, den Security-Mann fürs Bewachen unseres Bullis zahlt und einfach die Ruhe weg hat. Im Gegensatz zu uns... sieht alles schon ganz anders aus hier. Die Nacht haben wir für 30 Euro in einem weniger schicken Ambiente verbracht. Zum Glück sind wir bestens mit eigenen Schlafsäcken, Kissen und ganz wichtig (!) WC-Papiersitzen :-) ausgestattet. So richtig ruhig schlafen konnten Steffen und Anett jedoch nicht, da wir in Sorge um den Bulli waren und bei jedem startenden Auto annehmen mussten, dass der Bulli entführt wird...


 


Tag 6, Etappe 6
Mittwoch, 14. November 2012
Casablanca/Marokko – Marrakesch/Marokko
KM Etappe: 242,3 km
KM Gesamt: 3.780,2 km
 
...alles halb so wild, am Mittwochmorgen stand er noch komplett da, kein Reifen fehlte. Daniel musste aber früh raus, um sich noch gegen Gelbfieber impfen zu lassen und war sogar vor der Ärztin da. Anschließend gab's lecker Cafe au lait, Croissants und für Daniel einen Avocadodrink. Yummieh! Um kurz nach 10 Uhr navigierte uns Daniel durch dichtesten Verkehr aus Casablanca heraus in Richtung Marrakesch.
 
Ach du Schreck, gleich die nächste Aufregung: Auf der Autobahn ist uns ein Stück vom Auspuff verloren gegangen. Die folgenden 200 km sind wir mit gemütlichen 70 km/h nach Marrakesch getuckert.
 
Unterwegs kam uns noch der König von Marokko entgegen. Auf einer Strecke von 50 km standen deswegen alle 500 m je zwei Soldaten in schicken Uniformen an der Autobahn, um den vorbei düsenden König und dessen 50 Auto große Eskorte zu grüßen.
 
In Marrakesch angekommen sind wir zu Daniel, der hier ein süßes Häuschen bewohnt. Danach suchten wir in eine "Werkstatt" auf, um die 30 cm lange Lücke an unserem Auspuff wieder schließen zu lassen. Mit afrikanischer Improvisations- und Schweißkunst ist das auch geglückt.
 
Als der Bulli wieder lief, sind wir in die Innenstand auf den "Place Jemaa El Fna" gefahren. Zwischen typisch buntem orientalischen Treiben, aßen wir Fisch, Fleischspießchen und gegrilltes Gemüse und erstanden saftige, pralle Datteln zum Nachtisch. Anschließend ging es dann endlich mal früh ins Bett, ohne den Wecker stellen zu müssen. Ausschlafen!!! Jetzt bleiben wir für zwei Tage in Marrakesch, bevor's am Samstag weiter geht.





Tag 7/8
Donnerstag, 15. November / Freitag, 16. November 2012
Marrakesch/Marokko
KM Etappe: 159,9 km
KM Gesamt: 3.939,8 km
 
Zwei wundervolle und eindrucksvolle Tage haben wir in Marrakesch erlebt. Noch am Ankunftstag sind wir mit Daniel auf den Trainingsplatz gefahren, wo er beinahe täglich das Bogenschießen übt. Anschließend ging es auf den Großen Platz, den Place Jemaa El Fna. Wir waren beeindruckt von den vielen bunten Ständen, den Massen an Menschen, Maultieren und Mofas. Vom Dach eines Cafés aus genossen wir das bunte Treiben zunächst mit einigem Abstand, um uns dann selbst in den Trubel zu stürzen. Sogleich wurden wir von vielen Standbesitzern angesprochen, einmal hier zu probieren, dann mal dort zu kosten... Nachdem Daniel zwei Freigetränke, sowie Vorspeisen gratis verhandelt hatte, nahmen wir Platz und aßen mit großem Genuss gebratenen Fisch, Gemüse und Brot. Da wir einen langen Tag hatten, gings dann direkt nach Hause und ab ins Bett.

Am Donnerstagmorgen konnten wir in Ruhe ausschlafen, da wir mit Daniel vereinbart hatten, nach dessen Training in die Stadt auf Erkundungstour zu gehen. Wir liefen durch kleinste Gassen des Berberviertels und schon bald tauchten wir in die Souks ein. Ein kleines Geschäft neben dem anderen, Leder-, Töpfer-, Glaswaren, Textilien jeder Art und und und... Wir ließen uns einfach durch die Gassen treiben, schauten mal hier, mal da, tranken hier einen Kaffee, aßen dort marokkanische Süßspeisen und schlürften bei Sonnenuntergang auf einer Dachterrasse Tee. In einer abgelegenen Seitenstraße nahmen wir zum Abendessen in einem kleinen Bistro Platz und speisten landestypisch Couscous mit Gemüse, eine Tajine mit Geflügel und Pflaumen, Omlette nach Berberart und dazu tranken wir Avocadosaft. Abends ging es dann mit dem Bulli in die Neustadt - ein gänzlich anderes Stadtbild - und dort schlemmten wir im Café du Paris bei Rotwein und Kerzenschein Creme Bruleé, Soufleé und eine Art Armer Ritter mit Eis.

Freitagvormittag fuhr uns Daniel zum Jardin Majorelle. Dieser Garten ist benannt nach dem Künstler Jacques Majorelle, der hier Pflanzen verschiedener Länder und Kontinente anpflanzte und der Öffentlichkeit zugänglich machte. Dieser Garten wurde nach dessen Tod von dem Designer Yves Saint Laurant übernommen und ist auch heute noch ein beliebtes Ausflugsziel. Anschließend lud uns Daniel ein, "sein" Hotel anzusehen. Hier arbeitete Daniel die letzten 2 Jahre, doch nun sei es seiner Meinung nach an der Zeit für ein neues Projekt. Wir können eine Tour mit Daniel nur empfehlen! Nicht nur, dass er sich bereits bestens auskennt. Daniel hatte auch keine Scheu uns "sein" Marrakesch zu zeigen. Er zeigte uns die hintersten Ecken der Medina und wurde doch von dem einen oder anderen Stadtbewohner erkannt und gegrüßt und nicht selten hielt man noch ein kleines Pläuschchen. Dieser Eindruck verstärkte sich heute noch, als wir im Viertel des Hotels, Riad AnaYela waren. Daniel ist hier bekannt wie ein bunter Hund :-). Zu guter Letzt organisierte Daniel für Anett noch eine Handbemalung mit Henna. Eine einheimische ältere Dame verzierte Anetts Hand und Unterarm mit wunderschönen Ornamenten. Doch hab Acht - beim nächsten Mal unbedingt die Sonnencreme abwaschen, denn obwohl Henna auch bei eingecremter Haut halten soll, blockt Sonnencreme die Farbe leider ziemlich effektiv ab :-(

Morgen beladen wir wieder den Bulli und dann machen wir uns auf über das Atlasgebirge nach Agadir, wo Daniel mit uns noch eine kleine Stadttour unternehmen will und gegen Abend planen wir südlich von Agadir auf unsere Mitstreiter der Rallye-Dresden-Dakar-Banjul zustoßen. Wir sind gespannt, was die anderen Teams bisher erlebt haben und vor allem auch auf unsere erste Nacht auf einem afrikanischen Campingplatz.





Tag 9, Etappe 7
Samstag, 17. November 2012
Marrakesch/Marokko – Aglou Plage/Marokko
KM Etappe: 374,4 km
KM Gesamt: 4.314,2 km
 
Wir sind in Aglou Plage angekommen und werden jetzt die erste Nacht campen. Seit dem späten Nachmittag regnet es immer wieder - und das in Afrika. *tststs*


 


Tag 10, Etappe 8
Sonntag, 18. November 2012
Aglou Plage/Marokko – Beduinen Camping bei Laayoune
KM Etappe: 534,8 km
KM Gesamt: 4.849,0 km
 
Wir haben gestern gesehen, dass unser VW Logo und der Aufkleber von "HJU Sportveranstaltungsservice" fehlt. Sorry, Papa! Das geschah sicher am Freitag, als wir in der Altstadt von Marrakesch geparkt und den Kids somit ihren Bolzplatz blockiert haben. Statt VW prangt jetzt das Bulldastan "B" und unsere Namen auf der Heckklappe. :-)
 
Nach einer Fahrt durch endlose Weiten, immer mit traumhaftem Blick auf's Meer, erreichten wir am Sonntag über eine 4 km lange Holperpiste den Platz Camping Le Roi Beduine. Sogleich wurde uns die Menükarte der Beduinenküche überreicht und nachdem wir unser Lager aufgeschlagen hatten, gingen wir bei Luc zum Abendessen. Steffen und Anett teilten sich eine Kamel Tajine mit Datteln, Honig und Sesam. Daniel entschied sich für eine Zucchinisuppe und 'Käseplatte' (4 kleine Ministückchen) mit verschiedenen Ziegenkäsesorten. Aber alles ganz lecker!


 


Tag 11, Etappe 9
Montag, 19. November 2012
Beduinen Camping bei Laayoune – Dakhla/West Sahara
KM Etappe: 585,1 km
KM Gesamt: 5.434,1 km
 
Am Morgen gings früh um 7 Uhr raus und nach einem entspannten Frühstück zurück auf die Piste. Da der Tank schon halb leer war, hielten wir an der nächsten Tankstelle in Laayoune. Leider hat Anett den Schutzpoller der Zapfsäule übersehen und krach, der erste Schaden am Bulli... :-( Ein Stück der Plastikabdeckung der Stoßstange fehlt nun vorne rechts und auch das Blinklicht ist zersplittert - immerhin ist die Lampe selbst nicht zerbrochen. Tja, Steffen und Bulli fanden's nicht so lustig, aber der Bulli sieht immer noch besser aus als alle anderen Fahrzeuge hier vor Ort. Nachdem die Wunden geleckt und die Tanks gefüllt waren, setzten wir die Fahrt nach Dakhla fort.
 
Einmal noch äußerte sich unsere Navi-Dame, so dass wir in Laayoune die richtige Ausfahrt nahmen und dann hieß es 500 km gerade aus entlang der N1. Da es sich um eine Bundesstraße handelt, fuhren wir hauptsächlich 80 bis 100km/h. Vor lauter Langeweile hielten wir nach einigen Stunden an einem bereits beschmierten Wegweiser und verewigten uns ebenfalls. Unterwegs begegneten uns Dromedarherden und - man glaube es kaum - Kite Surfer!!! Ja, in der Nähe von Dakhla gibt es einen Surfspot! Bei Sonnenuntergang knipsten wir wunderschöne Bilder und waren ein bisschen traurig, unsere eigene Ausrüstung nicht dabei zu haben. Die Nacht und den morgigen Ruhetag verbringen wir auf dem Campingplatz Moussafir. Yuhu, warme Duschen inklusive.


 


Tag 12
Dienstag, 20. November 2012
Dakhla/West Sahara
KM Etappe: 33,5 km
KM Gesamt: 5.467,6 km
 
Am Vormittag gab es eine erste Einweisung für die Grenzüberquerung nach Mauretanien und die kommenden Tage. Da wir in den nächsten Tagen durch die Wüste fahren werden, müssen wir zunächst einen ausreichenden Unterbodenschutz am Bulli anbringen lassen. Nach 4,5 Stunden waren dann alle Blechteile ordnungsgemäß nach TÜV- und EU-Norm angebracht :-) Schweißen können die Jungs hier - üblicherweise in Badelatschen und mit Sonnenbrille! Anschließend müssen wir noch unsere Vorräte auffüllen, nicht nur Obst, Gemüse, Brot und Käse, sondern auch knapp 100L Wasser für die nächsten 5 Tage zum Trinken, Waschen, Kochen etc. müssen im Bus untergebracht werden. Am Abend hat der Campingplatzwart ein Barbecue veranstaltet - all you can eat. Leider waren wir zu viele hungrige Mäuler um tatsächlich alle satt zu bekommen. Unser Orga-Team war vorher schon gespannt, wie viel es wirklich geben wird.


 


Tag 13, Etappe 10
Mittwoch, 21. November 2012
Dakhla/West Sahara – Wüstencamp 1/Mauretanien
KM Etappe: 398,5 km
KM Gesamt: 5.866,1 km
 
Wir brachen in den frühen Morgenstunden unser Camp in Dakhla ab und machten uns auf den Weg zur mauretanischen Grenze. Ein letzter Cafe nus-nus wurde auf dem luxuriösen Restplatz Barbas genossen. Schnell noch mal die Toilette benutzt und huch, da wurde Anett auch gleich von der ersten Kakalake (von 8 cm Länge) begrüßt, die sich aus dem Ausguss zwängte.

Weiter gings dann im Konvoi bis zur marokkanischen Grenze, wo wir zunächst 2,5 Stunden auf unsere Ausreiseerlaubnis warten mussten. Nachdem die Ausreise samt Zollkontrolle geglückt war, fuhren wir durch ein mit Müll und Schrottfahrzeugen übersätes Niemandsland bis zur mauretanischen Grenze. Auch hier mussten wir wieder einige Stunden warten, um die Einreiseerlaubnis zu erhalten.
 
Den Sonnenuntergang erlebten wir zu Daniels Leid nicht bereits in den Sanddünen, sondern noch an der Grenze. Da Mauretanien ein streng gläubiges, islamisches Land ist, sind alkoholische Getränke strengstens verboten. Die verbliebenen Flaschen Wein und der Flachmann mussten daher ordnungsgemäß versteckt und geschmuggelt werden. Eine Fahrzeugdurchsuchung blieb uns jedoch erneut erspart.
 
Nach nur wenigen Kilometern verließen wir dann die befestigte Straße und suchten uns im Schutz der Dünen einen Übernachtungsplatz. Der Mond schien so hell, dass alle Gegenstände Schatten warfen, so dass unsere Stirnlampen zunächst nicht von Nöten waren. Trotz der langen Wartezeiten an den Grenzen waren wir doch geschafft und gingen früh zu Bett. Waschen, Zähneputzen - alles ohne fließend Wasser... War doch ein bisschen ungewohnt.


 


Tag 14, Etappe 11
Donnerstag, 22. November 2012
Wüstencamp 1/Mauretanien – Wüstencamp 2/Mauretanien
KM Etappe: 145,2 km
KM Gesamt: 6.011,3 km
 
Nach einem ersten Briefing zur Fahrweise in der Wüste setzten wir unseren Weg durch die Sahara bzw. den Parc Banque de Arguin fort. Steffen am Steuer hatte sichtlich Spaß! Hoch, runter, feste Sandwege lösten lose Sandpisten ab, Kamelbüschel boten Halt und dann kam die erste wirkliche Herausforderung. Ein langer Streifen losen, feinen Sandes musste überquert werden. Mit leichtem Schwung, 1. Gang und Fuß am Gas gings hinein in den Sandkasten und schwupps... nicht mehr weiter. Die Schippe war schnell vom Dach geholt und mit Hilfe von Tanja und Steffen vom Team Weitzgrund Banjul-Express II waren wir nach wenigen Augenblicken wieder raus und auf festerem Untergrund - dies sollte das erste und einzige Mal bleiben, dass wir uns im Sand festfuhren! Entgegen des Rates unserer Guides trank Anett am ersten Tag nicht die 4-6 Liter Wasser und lag prompt mit Kopfschmerzen um 20.45 Uhr im Bett.


 


Tag 15, Etappe 12
Freitag, 23. November 2012
Wüstencamp 2/Mauretanien – Wüstencamp 3/Mauretanien
KM Etappe: 114,8 km
KM Gesamt: 6.126,1 km
 
Am nächsten Tag ging’s frisch und munter weiter und dank der ausgeklügelten Idee die Flaschen zu beschriften und zu nummerieren, schafften wir in den nächsten Tagen alle die 6 Liter. Nun durfte Daniel ans Steuer, der bereits 2009 an der 4L-Trophy teilnahm und somit Erfahrung im Befahren sandiger Untergründe hat. Mit diesem Wissen und der Kraft des Bullis bewältigten wir alle Hindernisse problemlos. Dadurch hatten wir Zeit ins Land zu schauen, Dünen zu zählen, Dromedarherden zu beobachten und den einen oder anderen Mitstreiter aus dem Sand zu ziehen.
 
Ursprünglich wollten wir abends schon den Strand erreichen, doch leider verlor der Lancia Öl und musste abgeschleppt werden, so dass wir unser Nachtlager erneut in den Dünen aufschlagen mussten. Zum Abendessen sollte es Spaghetti mit Tomatensoße geben, jedoch hatten wir leider nur Tomatenmark in Dosen kaufen können. Glücklicherweise hatte auch das Team MC-Oberwiera Nudeln zum Abendessen geplant und wir schmissen alle Zutaten (Zwiebeln, Möhren, Zucchini, Tomaten, -mark und Soße) zusammen und Sebastian, gelernter Koch, zauberte für uns sechs eine köstliche Mahlzeit! Vielen Dank nochmal!


  
 




Tag 16, Etappe 13
Samstag, 24. November 2012
Wüstencamp 3/Mauretanien – Strandcamp/Mauretanien
KM Etappe: 74,9 km
KM Gesamt: 6.201,0 km
 
Die Nähe zum Atlantic konnten wir nachts ob der Feuchtigkeit unserer Klamotten schon deutlich spüren... Unsere Mechanikerjungs werkelten noch bis spät in die Nacht am Lancia und tatsächlich lief er am nächsten Morgen wieder.
 
Der Wecker klingelte am Samstagmorgen schon um 5.30 Uhr, um 7.00 Uhr war Abfahrt in Richtung Strand, da wir die Ebbe abpassen mussten, um zum Nachtlager zu gelangen. Um 14.00 Uhr hatten wir unser Ziel erreicht - wahrlich ein Traum! Unberührter Strand, megablaues Wasser, leise schwappten die Wellen ans Land. Kaum war der Bulli abgestellt, sprangen wir in die Badeklamotten und ab in die Fluten. Einfach herrlich - endlich mal wieder das Gefühl von Sauberkeit! Der Staub und Sand, der in den vergangenen Tagen überall (!!!) hin gekrochen ist, konnte endlich abgespült werden.
 
Abends wollten wir Gemüse grillen und dazu erneut Spaghetti essen. Bei Tee und Keksen sahen wir den heran schwappenden Fischerboten zu und im Scherz meinten wir zu Daniel: "Wenn die anlanden, frag doch mal, ob sie Fisch verkaufen." Gesagt getan, jedoch wollten sie zunächst Zigaretten im Tausch (wäre dumm für uns Nicht-Raucher gewesen), aber glücklicherweise nahmen sie auch Euro. Für 17 fette Barsche zahlten wir läppische 10 Euro! Drei für uns, den Rest für je 1 Euro an die Mitstreiter verkauft. Der Fisch lebte noch und wäre fast zurück ins Meer gesprungen, doch Michael, Teamkollege von Martin und Fahrer eines orangen „Heideteam“ Bullis, sprang uns gleich zu Hilfe und zeigte uns, wie man als erfahrener Angler Fische ausnimmt und grillfertig macht. Es war ein echter Leckerschmecker!! Am Strand, das Wellenrauschen und die untergehende Sonne...





Tag 17, Etappe 14
Sonntag, 25. November 2012
Strandcamp/Mauretanien – Nouakchott/Mauretanien
KM Etappe: 152,6 km
KM Gesamt: 6.353,6 km
 
Die Jungs haben gestern dann noch bei Apfelkorn und Bier bis 1.30 Uhr in trauter Runde am Lagerfeuer gestanden. Am Morgen "bezahlten" uns Michael und Martin den Fisch mit Vollkornbrot aus der Dose und auch von der leckeren Erdbeermarmelade von Michaels beinahe Schwiegermama (tatsächlich ist es Martins Schwiegermama, die ihm Marmelade mitgegeben hat, aber Michael hat Martin verulkt und nun ist es ein Running Gag) durften wir naschen.
 
Abfahrt war eigentlich für 11.30 Uhr geplant, jedoch verzögerte sich diese um 1,5 Stunden (was uns fast in eine Bredouille mit der Flut gebracht hätte). Daniel und der Motorradfahrer vom Team Wild Friends haben dem Land Rover Fahrer eine Testfahrt abgeschwatzt. Mit Daniel am Steuer gings mit Gaudi über die Dünen. Aber schon nach wenigen Minuten sprangen die Drei wie die Heinzelmännchen um den Landi - wie sich später herausstellte, stieg an der Handbremse eine kniehohe Stichflamme empor, die Daniels Bein entsprechend enthaarte. Da der Feuerlöscher auf der Ladefläche zu weit weg war, wurde kurzerhand Wasser drüber gekippt, was einen Ausfall der Elektronik zur Folge hatte. Daraufhin weigerte sich der Landi erneut anzuspringen und musste schließlich vom Swiss Team II mit ihrem Allradler abgeschleppt werden - ziemlich herausfordernd bei dem weichen Sandstrand.
 
Trotz aller Widrigkeiten erreichten wir am Abend planmäßig den Campingplatz in der mauretanischen Hauptstadt, Nouakchott. Mit unserem getauschten Geld ging’s sogleich zur nächsten Tankstelle und dann ab in den Supermarkt - wir haben unsere Vorräte ordentlich aufgefüllt und uns zur Feier des Tages (und weil wir den Langnesewagen am Strand vermisst haben) ein Eis gegönnt! Leider muss die Kühlkette unterbrochen gewesen sein, denn das Magnum haftete nicht mehr am Stiel und musste mit dem Holzstiel aus der Packung gelöffelt werden. Auf dem Campingplatz gab es abends ein leckeres Willkommensessen.


 


Tag 18, Etappe 15
Montag, 26. November 2012
Nouakchott/Mauretanien – Saint Louis/Senegal
KM Etappe: 287,1 km
KM Gesamt: 6.488,1 km
 
Am morgen starteten wir um 7.30 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück. Zur Freude aller starte auch der Land Rover wieder und wir verließen Nouakchott in Richtung Senegal. Unterwegs wartete noch eine spannende Herausforderung auf uns: Baustelle - ein Teil der Strecke war lediglich aufgeschüttete Sandpiste! Zum ersten Mal saß Anett bei einem Offroad Abschnitt am Steuer und war entsprechend aufgeregt. Doch mit Motivationscoach Daniel gings mit Bravour die Buckelpiste hoch und runter! Ab der Hälfte wurden Plätze getauscht und schließlich waren wir alle ziemlich durchgeschüttelt. Sandpisten haben nämlich bei viel Verkehr die ungemütliche Angewohnheit zu Waschbrettpisten zu werden.
 
Am Nachmittag wurden wir dann nach langer Schotterpiste auf weißen Rauch, der aus unserem Auspuff strömte, hingewiesen. Schnell den Motorraum gecheckt und eine schnelle Diagnose lautete, der Schlauch vom Turbolader sei abgerutscht. Daniel berichtete auch von Druckverlust beim Fahren. Als wir jedoch endlich wieder festen Boden unter den Rädern hatten, waren alle Zipperlein weg. Die senegalesische Grenze überquerten wir schneller als gedacht und waren überrascht über den schnellen Landschaftswandel. Der Senegal scheint zunächst viel grüner zu sein als Mauretanien und die Einwohner sind hier sehr sportlich. Viele Läufer und sogar Rennradfahrer haben wir schon gesehen.
 
Der Campingplatz in Saint-Louis ist direkt am Meer gelegen. Nach einem schmackhaften Abendessen hoffen wir nun auf Wasser im Camp und freuen uns auf eine entstaubende Dusche! Morgen haben wir einen Tag frei und werden Saint-Louis erkunden, bevor es am Mittwoch auf unsere letzte Etappe nach Banjul/ Gambia geht.


 


Tag 19
Dienstag, 27. November 2012
Saint Louis/Senegal
KM Etappe: 0,0 km
KM Gesamt: 6.488,1 km
 
Unser gestriges Abendessen war sehr lecker. Im Hotel am Campingplatz aßen wir am Pool schmackhaften Fisch in einer Limetten-Knoblauchmarinade, dazu Gazelle-Bier (ungewöhnliche Größe: 63 cl), lauschten dem Wellenrauschen und genossen die laue Abendluft. Ein kurzer Ausflug an den Strand zeigte, dass sich Krebse hier ziemlich wohl zu fühlen scheinen, da sich eine große Anzahl der bleichen Schalentiere am Strand tummelten.

Den Tag haben wir ganz entspannt gestartet. Nach einem ausgiebigen Frühstück prüften wir zunächst Waschmöglichkeiten, da uns mal wieder die saubere Wäsche ausgegangen ist. Leider gibt es hier vor Ort keine Waschmaschine und eine Garantie für die Schnelligkeit des nächsten Hotels wollte man uns auch nicht geben. Also hieß es Waschschüssel ausgepackt und selbst Hand angelegt. Obwohl wir nur die wichtigsten Sachen von Hand gewaschen haben, hat es eine ganze Weile gedauert und die Hände waren schon ziemlich schrumpelig als auch die letzte Socke an der Wäscheleine hing. Doch zum Glück haben Siggi und Gerald vom Team Weitzgrund Banjul-Express 1 eine portable Waschmaschine dabei, die sie uns freundlicherweise ausleihen, denn auch in Banjul sollen die Waschmöglichkeiten begrenzt sein. Herzlichen Dank an dieser Stelle! Tatsächlich handelt es sich um eine dicht verschließende graue Plastikbox á 50 L, in die wir Waschpulver, Wasser und unsere restliche Wäsche geben werden. Die Box wird aufs Dach geschnallt und Dank der morgigen Buckelpiste gibts auch nen Schleudergang.
 
Daniel hat noch kurz mit den in Scharen angelaufenen Händlern um zwei (sagen wir mal) Strandhosen gefeilscht und dann gings um 14.00 Uhr zu sechst (plus Fahrer) im Taxi in die Stadt. Am großen Markt von Saint-Louis spuckte uns das Taxi wieder aus. Wir schlenderten an Ständen mit Teppichen, Schuhen, Gemüse und Obst, in heißem Sand gerösteten Erdnüssen, ungekühltem Fisch und Fleisch vorbei. Den ersten Stopp legten wir beim Barbier ein, wo sich Daniel, Steffen und Michael den Bart stutzen ließen. Einhelliger Kommentar: "Glatt wie ein Babypopo!"
 
Wo wir auch stehen blieben, stürzten sich Händler mit Spielzeugwaren, T-Shirts, Hosen, Schmuck und handgefertigten Holzwaren auf uns. Auf der Île de Saint-Louis erholten wir uns kurz bei Kaffee und Saft von dem buntem Treiben. Am späten Nachmittag gings mit dem Taxi wieder zurück zum Campingplatz, vorbei an Ziegen, Schafen, spielenden Kindern, Müllbergen, bunt bemalten Holzschiffen, Baustellen, Obst- und Eselkarren. Am Camp angekommen, konnten wir es uns nicht nehmen lassen, um ein Souvenir zu feilschen. Zunächst wollte unser "Best Friend" 30 Euro für das Holzspielzeug, aber nach einigem Hin und Her konnten wir ihn auf 10 Euro plus Kette herunterhandeln! Nun sind wir stolze Besitzer zweier Nilpferde.
 
Heute hat uns eine Email von Hanno S. Ritter von www.autokiste.de erreicht. In ihrem heutigen Newsletter wird über unser Team Bulldastan berichtet: http://www.autokiste.de/archiv/webtipp/2012/2012-11.htm


Um 18.00 Uhr gabs ein letztes Briefing zur morgigen Strecke und Fährüberfahrt nach Gambia. Wenn wir Glück haben, kommen wir gemeinsam mit Daniel am Willkommensabend zum Essen an, wenn nicht, fährt Daniel mit dem VW Passatfahrer Volker mit der letzten Fähre vor, da Personen, die im Zelt übernachten bevorzugt transportiert werden, weil die anderen auch am Fährhafen im Auto übernachten können.

Um 19.30 Uhr war dann auch der letzte Tropfen Trinkwasser aufgebraucht. Daniel bot an, schnell noch mit dem Taxi (in Saint-Louis dürfen wir uns nicht mit dem eigenem Auto bewegen-nur, wenn wir im Konvoi unterwegs sind und 36 andere wollten wir nicht bemühen :-)) zum nächsten Supermarkt zu fahren. Wie er später berichtete war das Taxi doch nur ein kleines altes Mofa, mit dessen Fahrer Daniel heute noch einen Tauschhandel abgeschlossen hatte. Auf dem Mofa zu zweit plus 3x1,5L Sixpacks Wasser - das war ein heiden Gaudi. Auf den letzten Metern kam Daniel doch noch ins Schwitzen, denn 27 kg Wasser wiegen auch bei einer kurzen Strecke vom Camp-Eingang bis zum Bulli viel! Daniels Kommentar: "War easy, haben wir gemacht wie in Marokko."

Da der Wecker morgen bereits um 5.00 Uhr (!!! - wir haben Urlaub!) klingelt, haben wir schon alles gepackt und eingeräumt, so dass wir direkt um 6.00 Uhr vom Platz fahren können.


 
Tag 20, Etappe 16
Mittwoch, 28. November 2012
Saint Louis/Senegal – Banjul/Gambia
KM Etappe: 548,1 km
KM Gesamt: 7.036,2 km
 
Wir sind angekommen! Juhu! Zunächst blieben die Freudensprünge bei der Ankunft jedoch aus, weil wir von dem langen Tag ziemlich geschafft waren! Am Mittwochmorgen hieß es früh aufstehen und noch im Dunkeln fuhren wir aus Saint-Louis ab in Richtung gambische Grenze. Schon noch wenigen hundert Metern muckelte der Bulli rum. So richtig wollte er nicht aus dem Tee kommen. Diagnose: Druckverlust, Ausfall des Turbos. Also führten wir die Karawane mit teilweise 60 km/h an. Unser Orga-Team war aufgrund der langen Strecke von 500 km und unserer geringen Geschwindigkeit ein wenig nervös und drohte uns schon mit dem Abschleppseil. Das schien den Bulli aus seiner Lethargie zu befreien und nach einer Durchsicht am Straßenrand konnten wir immerhin mit 80 km/h über die Landstraße tuckern.

Teilweise befuhren wir Straßen, die zu Warnhinweisen à la "Achtung, hier aufpassen, da haben sie ein bisschen Asphalt zwischen die Löcher geschüttet!" bzw. "Das war'n Loch! Wär' der Bulli da reingekracht, hätten wir ganz schön tief geparkt!" führten. So ziemlich alle Teilnehmer waren überrascht, als die Abschleppstange zwischen Land Rover und 5er Touring BMW zerbrach, weil der Landi mit 60 km/h einen Speed Bump überrollte, abbremste und schon rauschte der BMW unter den Land Rover. Zum Glück gab’s nur Materialschäden. Ansonsten verlief die weitere Fahrt recht ruhig. Wir durchquerten kleinere Buschdörfer, sahen Affenbrotbäume, Ziegen- und Rinderherden und ganz besonders freuten wir uns über den Anblick dreier Affen bzw. Mangroven. Dass wir die Grenze Senegal/ Gambia überquerten, bemerkten wir eigentlich nur, weil ein windschiefer Schlagbaum angehoben wurde, unter dem wir drunter durchfahren sollten. Ansonsten war es eher ein buntes, lautes Markttreiben. Frauen boten Bananen und geröstete Nüsse an. Männer liefen mit eisgekühlten Getränke zwischen unseren Autos hin und her und manch einer war auch sehr erleichtert, sich erfrischen zu können, denn die Temperatur betrug 35 Grad, es war trocken und staubig. Wie bei allen unseren Stopps waren wir umgehend von zahlreichen Kinder umringt, die um Geschenke bettelten. Mittlerweile hatten wir uns mit Bonbons eingedeckt, so dass wir zumindest etwas Süßes verteilen konnten, da wir die Stofftiere, T-Shirts und sonstigen Hilfsgüter erst in Gambia verschenken wollten. Nach dem Grenzübergang ging's zügig weiter zur Fähre.
 
In Barra angekommen, fuhren wir Stoßstange an Stoßstange in den Fährhafen ein. Obwohl wir ziemlich weit hinten standen, ging es schneller als gedacht. Wir konnten direkt mit der zweiten Fähren nach Banjul übersetzen. Beeindruckt waren wir von den Tetris-Fähigkeiten der Schiffer. Nachdem schon das gesamte Deck mit Autos zugestellt war, wurden die Fahrzeuge noch näher aneinander geschoben, damit noch ein weiterer PKW Platz fand. Die vier Räder fanden gerade so Platz an Board, das Heck hing jedoch mächtig hinten über. Hätte eine kräftige Welle die Fähre zum Schaukeln gebracht, wäre das Auto wohl in den Gambia River geplumpst. Da Daniel mit Sack und Pack in den Passat umgestiegen und bereits mit der ersten Fähre rübergefahren war, hatten wir einen Platz für Mustafa vom Tourismusverein frei. Da er ebenfalls ins Blue Kitchen wollte, um seine Angebote zu präsentieren, nahmen wir ihn mit und erhielten im Gegenzug schon eine kleine Stadtbesichtigung. Er wies uns auf Bauwerke und den Platz für öffentliche Bekanntmachungen des Präsidenten hin, zeigte uns diverse Einkaufsmöglichkeiten, das Gefängnis, die Polizeiwache, Hotels und Restaurants.


Im Blue Kitchen, dem von der Dresden-Banjul-Organisation (DBO) gegründeten Restaurant, angekommen, stießen wir auf die bestandene Reise an. So richtig konnten wir jedoch noch nicht begreifen, dass die Tour nun zu Ende war. Wir waren einfach zu geschafft - 12 Stunden Fahrt steckte in unseren Knochen, da wollten wir nur noch schnell was Essen und auf den Campingplatz der DBO, Baobab.





Tag 21
Donnerstag, 29. November 2012
Banjul/Gambia
KM Etappe: 0,0 km
KM Gesamt: 7.036,2 km
 
Heute schliefen wir erstmals seit Marrakesch so richtig aus, frühstückten in aller Ruhe und räumten dann das gesamte Auto leer. Wir teilten unsere Güter für die Besichtigung der Hilfsprojekte auf und putzen das Auto. Abends trafen wir viele Mitstreiter erneut im Blue Kitchen, aßen leckeren Fisch, Scampis und Eis. Die Einnahmen des Blue Kitchen werden vorwiegend für die Finanzierung der Armenspeisung verwendet. Die Mahlzeiten werden im Restaurant gekocht und dann verteilt. Alle Angestellten im Blue Kitchen wurden auch hier angelernt und ausgebildet.
 


Tag 22
Freitag, 30. November 2012
Banjul/Gambia
KM Etappe: 5,3 km
KM Gesamt: 7.041,5 km
 
Am Morgen sahen wir uns Hilfsprojekte an, die von der DBO unterstützt bzw. auch initiiert wurden. Zunächst fuhren wir zu einem staatlichen Krankenhaus. Die Stimmung war doch recht bedrückt. Wir durften uns die Schlafsäle ansehen und u.a. wurde Anett ausgewählt, um Plüschtiere an die kranken Kinder zu verteilen. Anschließend gings weiter zu einer Nursery School. Die Kinder freuten sich ebenfalls über die Kuscheltiere, Spielzeuge und Süßigkeiten. Medizinische Sachgüter und Schulunterlagen wurden direkt an die Verantwortlichen weitergegeben.

Am frühen Nachmittag schlossen wir uns dann einer größeren Gruppe Mitreisender an, die zum Markt wollte. Schon die Hinfahrt war ein Highlight: Zwei junge, einheimische Männer kamen zum Campingplatz und hatten mit einem anderen Team abgemacht, dass sie uns in die Stadt fahren und über den Markt führen würden. Also stiegen wir alle in einen leeren Transporter (was ziemlich stickig war) und ein weiterer Kastenwagen plus Insassen folgte uns. Auf dem Weg zum Markt war die Hauptstraße durch die Freitagsgebete versperrt, weshalb wir - wie alle anderen auch - in die überfüllten Nebenstraßen abbiegen mussten. Einmal gab es tatsächlich 'gegnerischen' Kontakt und teilweise hatten wir das Gefühl, nur noch auf zwei Rädern unterwegs zu sein. Endlich am Markt angekommen, musste ein Parkplatz gefunden werden. Aufgrund weniger Möglichkeiten, fuhr der einheimische Fahrer kurzerhand über die ausgelegte Textilware eines Händlers. Dann purzelten wir auch schon aus dem Wagen und stürzten sofort ins Getümmel. Ab in die kleinen, vollgestopften Gassen, hier Handwerkszeug, Schmuck und T-Shirts, dort Gemüse, Fisch und Fleisch. Ein anderes Teammitglied wollte sich eine Hose schneidern lassen, also ging's noch dichter rein zu den Textilständen. Da wir ca. 10 Personen waren, kamen wir nur sehr langsam voran. Daniel, Steffen und ich hatten jedoch so großen Hunger, dass wir uns kurzerhand abgesetzten und uns auf die Suche nach einem Bistro machten. Schnell war auch etwas gefunden. Unsere Erwartungen haben wir vor der Tür stehen lassen und stillten mit Fish und Chips (Letztere waren kalt und ölig) unseren Hunger. Was die kalten Nudeln auf dem Teller sollten, erschloss sich uns nicht. Da Steffen unbedingt noch ein Lederarmband bzw. eine Holzfigur ersteigern wollte, gings nach der Stärkung wieder zurück ins Gewühl. Aufgrund der Vielzahl der Holzwaren und Menschenmassen, konnten wir uns jedoch für nichts entscheiden. Nachdem es uns zuviel wurde, ständig auf die Fragenkombi: "Hello, how are you?... What's your name?" zu antworten und wir uns schon mit den Füßen in den Boden stemmen mussten, um nicht weiter in die Stände gezogen zu werden, fuhren wir zurück zum Campingplatz. Da wir mal wieder ohne Trinkwasser dastanden, mussten wir noch einkaufen. Also ab zu "Right Choice". Im Einkaufswagen landete allerhand buntes Zeugs. Außerdem besorgten wir wie von Delphis Dialog Eventmarketing GmbH beauftragt, Schreibhefte und Stifte. die Sachen erst hier vor Ort zu kaufen hat den Vorteil, dass wir zwar helfen, aber den Wirtschaftskreis nicht unterbrechen, d.h. wir geben unser Geld hier vor Ort aus, der Händler macht Gewinn, die Kinder freuen sich und wir hatten kein zusätzliches Gewicht an Board. Schlussendlich war der Einkaufswagen so voll, dass wir die Summe nicht in Dalassi zahlen konnten, sondern zusätzlich Euro drauflegten. Wie sich später herausstellte, hatte der Kassierer an die 125 Dalassi eine zusätzliche Null geflanscht. Zum Glück hat sich Daniel in Afrika angewöhnt, Quittungen grundsätzlich zu prüfen. Jedoch waren wir schon wieder am Campingplatz, dass Bier schon im Kühlschrank und wir mussten feststellen, dass wir 30 Euro zuviel gezahlt haben. Also alles nochmal einpacken und zurück. Das Geld bekamen wir aber ohne viel Aufhebens ausgezahlt. Zurück im Camp bereiteten wir in Windeseile unser Barbecue mit dem Heideteam vor. Daniel war der Grillmeister des Abends. Da wir nun nicht mehr in einem ehemaligen französischen, sondern britischen Kolonialgebiet sind, waren auch englische Grillwürstchen in unserem Einkaufskorb gelandet. Diese erinnerten von der Konsistenz her an mit geschmacklosem Kartoffelbrei gefüllten Darm - yummieh!





Tag 23
Samstag, 1. Dezember 2012
Banjul/Gambia
KM Etappe: 49,8 km
KM Gesamt: 7.091,3 km
 
Nach einem entspannten Frühstück haben wir am Vormittag erneut eine Schule, ein von der DBO gegründetes Krankenhaus und eine Schule besichtigt. Besonders gut gefällt uns die Aufklärungsarbeit des Krankenhauses und das nachhaltige Wirtschaften der Schule. Der verantwortliche Lehrer initiierte zunächst eine Nursery School und konnte diese über die Jahre erweitern, so dass nun auch Grundschüler dort unterrichtet werden. Auch die Ersatzteile unseres Bullis gaben wir dort ab, da der Schulbus ebenfalls ein T3 ist. Allerdings handelt es sich nicht um einen herkömmlichen Van. Der Innenraum wurde komplett umgestaltet, indem 4(!) Sitzbänke eingebaut und auch die vordere Sitzreihe erweitert wurde. Unserer Schätzung nach finden nun 15 Kinder plus Fahrer Platz. Da wir zwar Schulsachen und Sticker dabei hatten, Stofftiere und T-Shirts auf dem Campingplatz vergessen hatten, verabredeten wir uns mit dem Schulleiter für Montag, 1. große Pause, um die restlichen Sachen abgeben zu können. dann werden wahrscheinlich 120 Kinder vor Ort sein.
 
Anschließend fuhren wir zum Strand. Da wir seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatten, durchstöberten wir erst einmal die Karte der Strandbar. Steffen wählte gegrillten Fisch mit Limettensoße, Daniel entschied sich für Monster Prawns (hieß wirklich so und entsprach der Wahrheit) und ich wählte gegrillten Lobster - ein Traum! Satt und zufrieden zogen wir zwei Meter weiter auf die Liegestühle und genossen die Aussicht auf Meer und Fischer. Ach ja, nachdem wir bestellt hatten, wurde der Fisch tatsächlich ganz frisch bei den Fischern abgeholt.
 
Gegen 17.30 Uhr mussten wir aber schon wieder weiter. Unser Orga-Team organisierte ein Fußballspiel mit einem Fußballverein. Daniel hatte sich als Torhüter aufstellen lassen, Steffen und ich motiviertem vom Spielfeldrand. Wir hatten das Gefühl, dass gesamte Dorf befände sich auf dem Sportplatz und alle wollten sich mit uns unterhalten und jeder fragte, ob wir Geschenke für ihn hätten. Spielergebnis: Deutschland gewann gegen Gambia 4:2 - Gratulation!
 
Bevor wir wieder zurück fuhren, bogen wir noch einmal von der Hauptstraße ab ins Buschland, um die Grundstücke des Orga-Teams anzusehen. Ziemlich versteckt tat sich plötzlich ein Weg im Grün auf und die Spieler erhielten ihr verdientes Bier. Nach einem kurzen Rundgang lauschten wir gebannt Torsten, der uns die Flora und Fauna näher erläuterte. So gibt es hier eine sogenannte Killerfeige. Dieser Baum wächst entlang einer Palme hoch und lässt diese langsam absterben. Hinter einem Luftpumpenvogel verbirgt sich ein Flughund, der tatsächlich Geräusche ausstößt als wolle jemand seine Luftmatratze aufpumpen. Vor einigen Tagen (in Saint-Louis) dachten wir schon, das dem Typ, der da seine Luftmatratze aufpumpte nach einer Stunde konstanten Pumpens, doch mal die Luft ausgehen müsste... Da hätten wir lange warten können!
Morgen nun geht es zur Versteigerung der Autos. Wir sind sehr gespannt. Uns wurde bereits berichtet, dass Bullis in der Vergangenheit bei der Auktion auch schon mal nicht die erwarteten hohen Gewinne erzielten. Daraufhin flachsten Steffen und Daniel, dass sie zur Not auch mitsteigern würden und ggf. die Tour zurück fahren würden. Nun muss der Bulli ein letztes Mal abgestaubt werden, das Autoradio muss noch ausgebaut werden und dann erwarten wir mit Spannung und Kribbeln in der Magengegend die Versteigerung.


 


Tag 24
Sonntag, 2. Dezember 2012
Banjul/Gambia
KM Etappe: 18,2 km
KM Gesamt: 7.109,5 km
 
Uh, heute morgen waren wir wirklich nervös! Der Wecker klingelte um 7.00 Uhr, 3 Baguettes lagen auf dem Frühstückstisch, Daniel fühlte sich jedoch nicht so, als ob er eines essen würde. Er hatte nämlich das Vergnügen, die halbe Nacht auf der Toilette zu verbringen. Gestern Abend aßen wir im Blue Kitchen: Steffen Käse-Omlette, Daniel Tomatensuppe (Zitat Daniel: Da ist ein bisschen Wasser an der Tomate vorbeigelaufen - darum war sie so hell und schmeckte wie verlängerter Ketchup), Anett aß gemischten Salat (grober Fehler - zumal die Salatsoße Mayo beinhaltete). Nachdem Daniel den Tag so fröhlich startete, zog Anett zur Mittagszeit nach... Leider waren wir zu diesem Zeitpunkt schon am Stadion bei der Auktion. Die Toilettenkultur in Afrika allgemein ist eine gänzlich andere als in Deutschland/ Europa. Da nicht sicher ist, dass es fließend Wasser gibt, stehen üblicherweise Wassertonnen und kleine Schöpfbehälter zur Verfügung - die ihrerseits leider meistens leer sind. Tja, Wasser haben die Toiletten im Stadion zum letzten Mal im vorherigen Jahrhundert gesehen... Entsprechend eklig wars! Zu allem übel ist Anett beim Jonglieren mit Klopapier, Toilettentür und Rucksack auf dem Rücken das feuchte WC-Papier ins Plumpsklo gerutscht -sehr ärgerlich!!! Also lieber Arschbacken zusammenkneifen und durchhalten - im wahrsten Sinne des Wortes.
 
Zum Glück lenkte das bunte Treiben uns ab: Viele Händler, Interessierte, Nachbarn, Kinder und Getränkeverkäufer liefen zwischen unseren Autos hin und her. Nach einer Stunde Beschnuppern und Informieren fuhren die Autos nacheinander vor und der Auktionator zückte das Megafon. Zunächst lief die Versteigerung etwas schleppend an, aber nach und nach wurden die Beträge höher. Das erste richtig hohe Gebot erzielte der blaue Opel Frontera, 133.000 Dalassi (ca. 3.300 €). Während der Wartezeit wurde Anett umringt von kleinen Kindern, die Geld, Essen oder andere Geschenke erbettelten. Da sie all das nicht zur Hand hatte, begnügten sie sich damit, Anetts Haare zu streicheln :-)

Nach gefühlten zehn Stunden fuhr Steffen unseren Bulli vor. Die umstehende Menge bot aber umgehend mit und schnell lag das Gebot bei 40.000 Dalassi - wir hatten die 1000 € Marke genommen. Aber der Auktionator trieb den Preis weiter hoch und schlussendlich erzielte der Bulli einen Wert von 84.000 Dalassi! Juhu!! Mehr als wir anfänglich erwartet hatten. Trotz des Superergebnisses war Steffen sehr traurig, dem Bulli nun Lebewohl sagen zu müssen. 20 Jahre kennt er den Wagen, trainierte als kleiner Pimpf Windschattenfahren mit dem Rennrad, fuhr regelmäßig ins Trainingslager an die italienische Adria und zuletzt tuckerten Anett und Steffen mit dem Wagen in Norddeutschland von Campingplatz zu Campingplatz. Nachdem der letzte Wehmutstropfen getrocknet war, verfolgten wir die Versteigerung des letzten Fahrzeuges. Dieses erzielte die weitaus höchste Summe: 170.000 Dalassi für einen über 30 Jahre alten Mercedes 307 - die Klapperkiste. Ein super Teil, welches hier vorwiegend als Bus, in dem mit Sicherheit 50 Personen Platz finden werden, dienen wird. Wenn der Innenraum voll ist, gibt's ja auch noch die Freiluftplätze an Deck.
 
Da einige von uns die Autos noch als Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Campingplatz benötigen, konnten wir nach kurzer Absprache mit dem Autohändler, der unseren - und übrigens auch den orangen Bulli vom Heideteam - ersteigert hatte, abfahren. Ausruhen und Schlafen!!! Insgesamt sind wir dennoch froh, dass der Bulli einen super Preis erzielt hat. Natürlich hoffen wir, dass er nette neue Besitzer findet, die ihn hegen und pflegen werden. Da die Gambianer eher gemächlich Autofahren, sehen wir gute Chancen. Zusätzlich haben wir mit einem Glückscent nachgeholfen, den wir unter dem Armaturenbrett mit Gaffa-Tape befestigten. Währenddessen haben wir eine Beschwörungsformel gemurmelt, mit deren Hilfe der Bulli glücklich und zufrieden bis an sein Lebensende in Afrika herumtuckern wird.

Morgen werden wir einen Teil unserer Sachen am Kreisverkehr (wird hier lustigerweise als Turntable bezeichnet), verkaufen. Andere Teams berichteten uns bereits von ihren Erlebnissen. Wir gehen nun davon aus, dass es ein Gedrängel, Gewühle, Getobe und Geschupse werden wird. Teilweise wurden anderen Teams die Haushaltswaren, Schuhe und Sonnenschirme etc. förmlich aus den Händen gerissen. Die Stimmen überschlugen sich, kaum war auszumachen, wer das beste Gebot Gebrüllt hat. Kurz: es wird ein heiden Gaudi! In jedem Fall wurde uns geraten, ein oder zwei Personen als Security mitzunehmen, so dass die wilde Meute nicht einfach das Auto stürmen kann. Anschließend fahren wir zur Entspannung und Erholung an den Strand und abends geht es dann zur Abschiedsparty ins Blue Kitchen - Freibier und Buffet erwarten uns. Daniel hofft, dass das vegetarische Essen nicht nur aus Salat besteht. Vamos a ver :-)


 


Tag 25
Montag, 3. Dezember 2012
Banjul/Gambia
KM Etappe: 50,3 km
KM Gesamt: 7.159,8 km
 
Heute mussten die Kids wieder die Schulbank drücken, weshalb wir wieder mit Gesang von der nahegelegenen Schule geweckt wurden. Für heute hatten wir geplant, noch einmal zu der Schule zu fahren, die wir bereits am Samstag besucht hatten, um die vergessenen Spreadshirts, Kuscheltiere, Rucksäcken und Lollies zu überreichen.
 
Leider gings Anett noch immer nicht besser, weshalb sie nicht mitkommen konnte. So fuhren Steffen und Daniel (sein Bauch fühlte sich auch noch wie eine Waschmaschine), begleitet von Michael vom Heideteam und Alex vom Land Rover Team zur Schule. Dort angekommen stürmten die Kinder gleich auf den Bulli zu. Allerdings hatten die Lehrer die Kiddies gut im Griff, so dass wir, nachdem alle in zwei Reihen Aufstellung bezogen hatten, problemlos an jedes Kind einen Lutscher verteilen konnten - eine gänzlich ungewohnte Situation für uns, da normalerweise alle wild durcheinander schreien, drängeln und schupsen.
 
Anschließend gings zum Campingplatz zurück, um die sperrigen Campingutensilien, die wir nicht wieder mit nach Deutschland nehmen können, am Kreisverkehr zu verkaufen. Steffen bezog im Bulli Stellung, Micha und Daniel standen an der Schiebetür, Joseph stand an der Rückseite und seine Freundin Franzi saß auf dem Fahrersitz und filmte die ganze Schose. Innerhalb weniger Sekunden war der Bus umringt von willigen Käufern und Feilschern. Jeder wollte als erstes ein gutes Geschäft machen, die ganze Zeit trommelten Fäuste gegen das Auto, alles schrie und wuselte durcheinander, Daniel und Michael hatten gut damit zu tun, die Leute vom Beklettern des Busses zurück zu halten und Joseph auf der Rückseite bekam Stielaugen, weil die Gambianer es tatsächlich schafften, 15 Köpfe durch das Seitenfenster zu quetschen. Alles ging erfolgreich weg: Campingkocher, Geschirr, Besteck, Kühlbox, Aufbewahrungsboxen etc. wurden uns förmlich aus den Händen gerissen. In dem Tohuwabohu schaffte es die eine oder andere windige Hand, etwas für lau abzustauben: ein paar Schuhe von Daniel und einen Schlafsack von Micha. Zur Halbzeit hielten dann auch noch zwei Mofa-Polizisten, die erst einmal wissen wollten, was wir denn hier so machen. "Unsere Sachen verkaufen." Polizist: "Was denn für Sachen? Sind das eure?" Steffen: "Wie soll ich denn beweisen, dass das meine eigenen Sachen sind? Wie würden Sie denn beweisen, dass das ihr Kocher ist?" Polizist: "Nirgendwo auf der Welt kann man einfach so Sachen verkaufen, wo ist denn ihre Lizenz?" Steffen: "Was'n für'ne Lizenz? In Deutschland kann man das einfach so - nennt sich Flohmarkt." (Alles in Englisch, entsprechend schwierig war der Begriff Flohmarkt zu erklären...). Schlussendlich ließen sie uns aber in Ruhe weitermachen und nach 2,5 Stunden konnten wir uns geschafft in die Sitze fallen lassen und zum Campingplatz zurück fahren.
 
Dort machten wir uns für die Abschiedsparty frisch und schon gings zum Blue Kitchen. Tatsächlich wartete ein leckeres Buffet auf uns und das Freibier floss in Strömen. Das Orga-Team zeichnete noch einige Teams aus: Bestes Geocaching Team, Goldener Schraubenschlüssel, Bestes Spaß Team. Von den neu erworbenen Dalassis erstanden Steffen und Anett noch zwei Armbänder, eine Halskette und eine Holzfigur. Spät Nachts ging es ab ins Bett - nur Daniel ist uns leider verloren gegangen. Er ist wohl mit dem Großteil der Gruppe noch in die "Schinkenstraße" gedüst. Wir sind gespannt, welche Geschichten er uns morgen zu berichten weiß.


 


Tag 26
Dienstag, 4. Dezember 2012
Banjul/Gambia
KM Etappe: 0,0 km
KM Gesamt: 7.159,8 km
 
Die letzte Nacht in unserem Bulli haben wir genossen und laaange ausgenutzt. Nach dem Frühstück hieß es zunächst, alle Sachen zusammen packen, die wir wieder mit nach Hause nehmen möchten. Vor unserer Abreise haben wir für jeden von uns dreien einen ehemaligen Bundeswehr Seesack besorgt. Da passt unheimlich viel hinein und hat ein geringes Eigengewicht. Das ist wichtig, wenn man nur 20 kg pro Person zurück nehmen kann. Nach einigem Hin- und Herr packen haben wir aber alles gut verteilt und mehr als vorher gedacht in die Taschen bekommen.
 
Anschließend sind Anett und Steffen zum Strand, wo sie das warme Wasser des Atlantiks und anschließend einen leckeres gegrilltes Fischfilet mit Weißwein genossen haben. Daniel hat zusammen mit Martin die letzten Camping Utensilien am Kreisverkehr unter die Leite gebracht.
 
Gegen 18 Uhr ging es auf zum Banjul International Airport. Ach du Schreck, dort stellten Anett und Steffen fest, dass ihr Ticket bereits für den 27.11.2012 gültig war! Aaahhhh!!! Wir wollen mit! Nach einem kurzen Gespräch mit Condor Airlines wurde eine Umbuchung vorgenommen und nun dürfen wir doch noch einchecken - Glück gehabt! Wir freuen uns auf zu Hause, auch wenn uns ein Temperaturschock erwarten wird!


 


Tag 27
Mittwoch, 5. Dezember 2012
Hamburg/Deutschland
 
Before and After - Gestern lagen wir noch am Strand, genossen das warme Wasser des Atlantiks und tobten in den Wellen, heute frieren wir bei leichtem Schneefall. Als wir vor fast vier Wochen aufbrachen, war es Anfang November. Heute sieht man plötzlich überall bunt geschmückte Weihnachtsbäume, Rentiere und Schwibbögen - zwar haben wir uns während der ganzen Tour darüber amüsiert, am Nikolaustag einen Glühwein trinken zu gehen, aber dass Schnee liegen würde, hätten wir damals nicht gedacht.

Früher stand immer unser Bulli vor der Tür, doch jetzt parkt dort irgendein seelenloser Nissan. Vor Wochen waren wir aufgeregt, wie die Reise werden würde. Welche unerwarteten Hürden würden wir nehmen müssen. Wie würden wir als Team funktionieren? Würde der Bulli durchhalten? Blieben wir gesund? Jetzt sitzen wir auf der Couch, haben die Taschen ausgepackt, die Reiseunterlagen ins Regal geräumt, die Mägen haben sich ebenfalls wieder erholt und uns wird klar, dass wir alles gemeistert haben. Wir sind ganz schön stolz!
 
Bei einer solchen Reise gibt es viel zu erleben, viele Eindrücke zu verarbeiten und natürlich ist es nicht immer nur leicht. Wir sind stolz darauf, dass wir alle an einem Strang gezogen haben und immer unser Bestes gegeben haben, auch wenn die eine oder andere Situation mal mehr Kraft gekostet hat.

Schlussendlich freuen wir uns, dass uns so viele freundliche, hilfsbereite und unterhaltsame Mitstreiter begleitet haben und wir manchen Abend in einer fröhlichen und lustigen Runde verbracht haben. Gerade die letzten Tage boten noch mal Gelegenheit mit (fast) jedem ins Gespräch zu kommen und gemeinsam Erlebtes zu bequatschen. Von dem Stapel Reiseliteratur blieb das meiste ungelesen, weil wir die Natur und Landschaft bestaunten und alles in uns aufsogen, auch wenn es streckenweise nichts weiter als Sandkörner und karge Flächen anzugucken gab. Überwältigt waren wir auch von der Vielzahl an Menschen, die uns angesprochen und Geschenke erbeten haben. Es ist nicht so, dass man sich daran gewöhnt, man kann diese Situationen nur aushalten, freundlich bleiben und lächeln, weil viel zu viele Menschen Hilfe und Unterstützung benötigen oder erwünschen. Letztendlich bleibt uns nur die Hoffnung, dass wir mit unserem Beitrag dem einen oder anderen Gambianer helfen können - entweder in medizinischer oder aber in bildungsrelevanter Hinsicht.


An dieser Stelle möchten wir uns bei allen bedanken, die uns auf dieser Reise unterstützt und begleitet haben, d.h. herzlichen Dank an alle Sponsoren, für ihr Engagement, an die DBO und das Orga-Team. Vielen Dank auch an unsere fleißigen Leser und Kommentatoren - wir freuen uns riesig über die positive Resonanz! Besten Dank auch an unsere Mitstreiter, die manch eine Challenge unterhaltsam machten und ein ganz großes, herzliches Dankeschön gilt natürlich unseren Familien und Freunden! Eure Unterstützung, euer Zuspruch, die Tipps und Ratschläge haben uns Mut, Kraft und Ausdauer für alle Herausforderungen gegeben! Herzlichen Dank!


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